Lexikon der Musik – Instrumente, Musikrichtungen, Veranstaltungen

alles wissenswerte rund um die Musik

Skiffle

| Keine Kommentare

Skiffle ist eine Musikrichtung, die eng mit Rhythm & Blues, Country, Folk und Jazz verwandt ist. Die Besonderheit ist, dass sie sehr häufig mit selbst gebauten Instrumenten wie Waschbrettern, einem Kontrabass aus einer Kiste, Gießkannen oder ähnlichen Gegenständen gespielt wird. Der Stil entstand um die Jahrhundertwende 1900 und hatte seinen Höhepunkt in den 1950er-Jahren, konnte aber immer wieder ein breites Publikum für sich gewinnen.

Der Begriff Skiffle-Musik

Die Bezeichnung Skiffle-Musik geht auf den Jazzmusiker Kimmy O’Briant zurück, der seine Band Chicago Skifflers nannte. Die genaue Bedeutung von Skiffle ist jedoch unklar und sehr wahrscheinlich aus dem Südstaatenslang der USA Ende des 19. Jahrhunderts entstanden.

Entstehung und Geschichte

Mit Aufkommen des ersten Ragtime und Jazz am Ende des 19. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Märschen, bei denen Musik gespeilt wurde. Jugendliche eiferten diesen Musikern nach und spielten auf selbst gebauten Instrumenten die Stücke nach. Daraus entwickelten sich sogenannte Spasm- und Jug-Bands. Die Musik war dabei Teil einer Solidaritätsbewegung und wurde auf Rent-Partys gespielt, mit denen Geld für Mieter gesammelt wurde, die ihre Wohnung nicht mehr bezahlen konnten.

Erster Musiker, der sich auf den Begriff Skiffle bezieht, war Kimmy O’Briant und die Chicago Skiffler. Richtig bekannt wurde Skiffle-Musik aber in England. Dort spielte Ken Coyler mit seiner Jazzband und tauschte im Set einige Musiker aus. Zur Rhythmusfraktion stieß ein Waschbrett und der Bandleader selbst spielte statt Trompete Gitarre. Diese Skiffle-Band übernahm der Musiker Chris Barber für seine Auftritte. Bei Aufnahmen zu einem Album spielte er unter anderem den Titel „Rock Island“ ein, der kurz danach Startschuss für einen Skiffle-Boom war, der von England zurück in die USA schwappte. Die Hochzeit des Skiffles läutetet aber Chris Barbers Gitarrist Lonnie Donegan ein. Er verließ die gemeinsame Band und begann ein Soloprojekt, der im zum „King Of Skiffle“ machte. Der Boom verebbte Anfang der 60er-Jahre mit Aufkommen der Beatmusik, der Skiffle konnte aber immer wieder Hits landen und war zum Beispiel in den 1970er-Jahren in Deutschland sehr populär.

Instrumentierung und Besonderheit

Eine typische Skiffleband besteht aus Schlagzeug (auch Waschbrett oder/und Fässer), Gitarre/Banjo, Kontrabass (auch selbst gebaut) sowie weiteren Klangwerkzeugen, die in der Regel aus Alltagsgegenständen bestehen. Die Besonderheit sind die oft selbst gebauten Werkzeuge. Beispiel: Ein Kontrabass wird für Skiffle beispielsweise aus einer Holzkiste gefertigt, in die ein Besenstil gesteckt wird. Zwischen dessen Ende und der Kiste wird eine Schnur gespannt und zur Bass-Saite.

Bekannte Skiffle-Interpreten und –songs

Lonnie Donegan ist das Aushängeschild des Skiffles. Weitere bekannte Interpreten der Skiffle-Musik sind zum Beispiel The Vipers, teilweise Alexis Korner sowie die City Ramblers. National waren unter anderem folgende Bands besonders erfolgreich:

  • High Life Skiffle Group („Ich fahr mit der Lambretta“),
  • Worried Men Skiffle Group („Glaubst, I bin bled?“),
  • Leinemann,
  • Bourbon Skiffle Company.

Zu den bekanntesten Skiffle-Songs überhaupt gehört der Hit „In The Summertime“ von Mungo Jerry. Der erste international erfolgreiche Skiffle-Song war die Doppelsingle „Rock Island Line/John Henry“ von der Lonnie Donegan Skiffle Group.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.