Lexikon der Musik – Instrumente, Musikrichtungen, Veranstaltungen

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Trompete

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Die Trompete ist das kleinste Blechblasinstrument. Es gehört zur Kategorie der Lippentoninstrumente und erzeugt durch die enge Mensur (Verbreiterung vor dem Schalltrichter) einen relativ hohen Klang. Die Trompete ist verwand mit anderen Blechblasinstrumenten wie zum Beispiel dem Horn.

Wie sind Trompeten aufgebaut?

Eine Trompete besteht aus einem ca. 1,30 Meter langen Blechstück. Häufig ist dieses aus Messing oder mit Messing besetz. An einem Ende sitzt das Mundstück. Dieses geht in den Stimmbogen (auch Stimmzug) über. In der Mitte des gebogenen Blechrohrs sitzt die Maschine mit den Wasserklappen, Ventilen und Ventilknöpfen sowie Ganzton- und Halbtonzug. Am Ende läuft das Rohr trichterförmig aus und bildet das Schallstück.

Es bestehen verschiedene Arten von Trompeten, die sich unter anderem durch die Ventile unterscheiden. Am verbreitetsten ist ein Instrument mit Pumpventil (Perinetventil). Es existieren aber unter anderem auch Modelle ohne Ventil oder mit Drehventil (Zylinderventil).

Wie wird eine Trompete gespielt?

Im Normalfall liegt die Trompete in der linken Hand. Die rechte Hand spielt auf den Ventilen. Durch die Lippen bläst der Musiker mit seinen Lippen schwingend in das Mundstück. Die schwingenden Lippen werden dabei mit der sogenannten Luftsäule im Gehäuse synchronisiert. Daraus entsteht der Ton. Den Klang variiert der Trompeter mit Lippenspannung und durch den Luftdruck. Drückt er die Ventile, verlängert sich der Weg der Luft durch das Rohr und der Ton wird tiefer.

Professionelle Trompeter können auf einem normalen Instrument etwa drei bis vier Oktaven spielen. Der normale Musiker erreicht eineinhalb Oktaven. Das Klangspektrum ist dabei maßgeblich von der Trompete und ihrer Mensur abhängig.

Wichtig: Ein Trompeter kann auf einem schlecht gebauten oder schlecht gestimmten Instrument keine sauberen Töne erzeugen. Daher sollte bei der Anschaffung bereits auf ein sauber verarbeitetes und gestimmtes Instrument geachtet werden.

Trompete: Welche Arten gibt es?

Die Trompete ist aus natürlichen Blasinstrumenten (Horn) entstanden. Nach und nach entstanden Metallinstrumente, die im Mittelalter gebogen wurden. Diese wurden unter anderem für das höfische Zeremoniell oder bei einer Schlacht genutzt. In der weiteren Entwicklung des Instruments entstand das Clarinblasen, bei dem nur mit Lippenschwingung die vierte Oktave erreicht wurde. Auf der Suche nach weiteren Tönen entstanden Instrumente mit Klappen (Klappentrompete) und dann mit Ventilen.

Typische Trompeten sind die Konzert-Trompete in B und ihre Schwester in C. Dabei handelt es sich um ein Instrument, das in Orchestern und Musikzügen eingesetzt wird und über Dreh- oder Zylinderventile verfügt. Im Jazz und in der Popmusik spielen die Musiker in der Regel eher eine Perinet-Trompete in B. Diese haben ein Pumpventil. Beide Varianten unterscheiden sich eher durch die Bauweise und die regionale Verwendung (in Deutschland und Österreich ist die Konzert-Trompete verbreiteter) als durch den Klang.

Eine Besonderheit ist die Piccolo-Trompete. Dabei handelt es sich um eine besonders kleine Trompete aus einem kurzen Rohr. Diese wird in F oder G (manchmal auch in H oder C) oder im hohen A bzw. hohen B gestimmt. Sie hat häufig ein viertes Ventil und ermöglicht besonders hohe Töne. Den Gegensatz dazu bildet die Bass-Trompete, die in besonders tiefen Tönen gestimmt ist und ebenfalls vier Ventile aufweist.

Einige Trompeten haben einen Dämpfer. Dieser reduziert die Lautstärke und trägt zu einem veränderten Klangbild in den Obertönen bei.

Bei welchen Musikstilen werden Trompeten eingesetzt?

Die Trompete ist ein klassisches Instrument der Orchesterbesetzung. Sobald Blechbläser eingesetzt werden, gehören Horn und Trompete dazu. Spätestens mit Klappen-Trompeten hielt das Instrument Einzug in das Orchester. Bis zu drei, bei Mahler mitunter bis zu zehn Trompeter, gehörten zur Besetzung. Im Zusammenspiel mit Pauken sorgten Trompeten für klare Akzente in den Werken von Komponisten der Klassik wie Brahms, Bruckner und später Richard Strauss. Sehr beliebt sind besonders im Barock auch reine Trompetenkonzerte gewesen. Das Blechblasinstrument fehlt dagegen bei Stücken in kleiner oder mittlerer Besetzung, da die Trompete andere Instrumente leicht übertönt.

Der typische Musikstil für eine Trompete ist neben Klassik der Jazz sowie seine verwandten Stile Dixieland, Big Band und Swing. Hier nutzen die Musiker und Komponisten die Trompete als Blasinstrument, das wesentlich zum typischen Sound beiträgt. Besonders im klassischen Jazz gibt es viele bekannte Trompeter wie Louis Armstong, Miles Davis, Wynton Marsalis oder auch Clifford Brown. Anders als in der Klassik spielen viele Musiker im Jazz Trompeten mit Dämpfer.

Neben dem Jazz ist die Trompete in der Blas- und Marschmusik zu Hause. Sie gehört zu Blaskapellen, Militärmusikzügen und zu Zügen der Volksmusik und sorgt dort für melodische, hohe Klänge.

Die Trompete hat sich auch ihren Platz in der Popmusik gesichert. Besonders im Funk, Soul und Ska findet sie Verwendung. In diesen Musikrichtungen ist die Trompete meistens Teil eines Bläsersatzes mit Posaune (und Tuba). Sie wird in der Rockmusik dagegen selten genutzt.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Es gibt einige Dutzend bekannte und weniger bekannte Hersteller von Trompeten. Viele von ihnen sind kleine Instrumentenbauer, die sich auf Trompeten oder Blechbläser spezialisiert haben und ihre Trompeten nur über ausgewählte Vertriebskanäle anbieten. Andere wie Yamaha sind Weltkonzerne. Viele professionelle Musiker schwören auf die Instrumente einiger Kleinbetriebe wie Martens, van Laar oder Straub. Aber auch Trompeten von Thein, Schagerl, Lechner oder Schilke gehören zu den beliebten Profi-Instrumenten. Allerdings spezialisieren sich kleine Hersteller häufig auf einen bestimmten Trompetentyp. Eine große Bandbreite guter Instrumente bieten dagegen große Hersteller wie Yamaha, Carol Brass, Kanstul sowie  Bach und Kühnl & Hoyer. Einsteigermodelle bieten unter anderem Monzani und Jupiter.

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