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Reggae

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Die Musikrichtung Reggae stammt aus Jamaika. Sie ist aus verschiedenen Einflüssen wie Ska, Blues, Soul und afrikanische Stammesmusik entstanden. Der sogenannte Roots-Reggae hat sich heute in verschiedene Stile aufgesplittet, zu denen unter anderem Dub Reggae und in Vermischung mit Dancemusic auch Jungle gehören. Außerdem hat er die Musik der (linken) Skin-Bewegung geprägt und eine Brücke zurück zum Ska geschlagen.

Der Begriff Reggae-Musik

Die Bezeichnung Reggae ist nur schwer zu übersetzen. Es ist nicht einmal genau klar, wie sie entstanden ist. Die verschiedenen Vermutungen reichen von einer Umschreibung des lateinischen Wortes Rex (König) über eine Ableitung für den Begriff Prostituierte bis hin zu „raue Sache“. Nachweislich genutzt wurde der Begriff in anderer Schreibweise im Titel „Do The Reggay“ (Toots & The Maytals).

Reggaemusik ist eng mit dem jamaikanischen Glauben des Rastafaris verbunden. Viele Texte handeln auch inhaltlich von Gott, Glaube und Religion.

Entstehung und Geschichte

Reggae ist eine Musik, deren Wurzeln in der Sklavenzeit liegen. Im 16. Jahrhundert brachten die Kolonialstaaten Schwarze aus Afrika nach Jamaika. Diese drückten ihr Leid, ihre Hoffnung und ihr Heimweh in afrikanischen Liedern und Trommelrhythmen aus. Damit verbunden waren häufig religiöse Handlungen. Im 19. Jahrhundert befreiten sich immer mehr Sklaven von den Verhältnissen, in denen sie lebten, die Sklaverei wurde mehr und mehr abgeschafft. Im Zuge dessen entstand der weltliche Trommelsound des Burru sowie auf anderen karibischen Inseln Calypso, Merengue und Rumba.

Diese Mischung traf Mitte des 20. Jahrhunderts auf Blues und die erste Soulmusik der us-amerikanischen Südstaaten. Diese Stile verbanden sich auf den Karibikinseln zu neuen Stilen, in Jamaika entstand daraus der Ska, ein schneller tanzbarer Sound mit Bläsersätzen. Ska war die Geburtsstunde der jamaikanischen Musikindustrie. Mitte der 1960er-Jahre entstand daraus als Ableger der viel langsamere Stil des Rocksteadys. Das war der direkte Vorläufer der Reggaemusik. Dieser fand in Desmond Dekkers „The Israelites“ einen ersten Welthit.

Auf Jamaika ist Reggae allgegenwärtig und in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ein Stück Lebensgefühl. Aus dem so bezeichneten Roots-Reggae entwickelten sich diverse Stile wie zum Beispiel:

  • Dub Reggae,
  • Poetry Reggae,
  • Dancehall,
  • Raggamuffin,
  • Reggaeton.

Instrumentierung und Besonderheit

Im Mittelpunkt des Reggaes steht neben Gitarre und Gesang vor allem die Rhythmusfraktion der Band. Schlagzeug und Bass bestimmen den Sound der Reggaemusik maßgeblich und sorgen für einen tanzbaren Beat.

Prägend für den Stil des Reggaes ist die ungewohnte, leicht schleppend klingende und verschobene Betonung auf der Zwei und Vier des Taktes, während die Basedrum auf der Drei zuschlägt. Dieses Rhythmus haben die Reggaemusiker aus den Vorläufern des Stils (Ska, Rocksteady) übernommen.

Angereichert wird dieser Sound durch Percussion, Bläserfraktion (Trompete, Posaune, Saxofon) und Orgel/Keyboards, die je nach Künstler stärker oder schwächer im Fokus stehen, aber deutlich stärker im Hintergrund bleiben als beispielsweise beim Ska.

Künstler von neuen Varianten des Reggaes wie Dub, Dancehall oder Jungle bedienen sich sehr stark elektronischer Klänge. Diese werden über Keyboards, Samples und Synthesizern in die Songs integriert und größtenteils mit Hall und anderen Effekten versehen.

Bekannte Reggae-Interpreten und –songs

Der erste internationale Hit des Reggaes als Musikstil war „The Israelites“ von Desmond Dekker im Jahr 1968. Weltstar des Reggae ist Bob Marley, der mit den Wailers einen ganzen Sound des Root-Reggaes bestimmte und ein gutes Dutzend Hits („Could You Be Loved“, „Buffalo Soldier“) landete.

Weitere bekannte Künstler sind Jimmy Cliff, Ben Harper, Peter Tosh („Bush Doctor“), Burning Spears, Black Uhuru, Inner Circle („Sweat – A La La La La Long“) sowie Buju Banton (Dancehall) und Shabba Ranks (Raggamuffin). In Europa sehr bekannt sind auch UB 40 („Red, Red Wine“). Häufig werden auch The Police dazugezählt, die aber zwar einen entsprechenden Einfluss in ihrem Sound haben, aber praktisch keine Reggae-Songs im Repertoire.

In Deutschland haben viele Reggaebands versucht, erfolgreich zu werden. Richtig gelungen ist es keiner. Bekannte Künstler, die einen starken Einfluss des Reggae in ihrer Musik haben, sind Jan Delay, Seeed und in der Einordnung nicht ganz unumstritten Gentleman. Hierzulande ist Ska kommerziell wesentlich dominanter, aber eine Underground- und Independent-Szene ist für Reggae durchaus vorhanden.

Ein Kommentar

  1. Danke, brauchte das für eine Musikarbeit

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