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Hardrock

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Der Begriff Hardrock entstand ab Ende der 1960er-Jahre und grenzte Bands mit harten, schnellen Gitarrenriffs und druckvollen Schlagzeugen von der bisherigen Beat- und Rockmusik ab. Der Musikstil ist schwer zu kategorisieren und hat sich heute sehr weit ausdifferenziert. Einflüsse bestehen im Blues, Rock ‘n’ Roll und im Beat der 1950er- und 1960er-Jahre. Zu dem Genre gehört mit AC/DC, Led Zeppelin und Metallica einige der erfolgreichsten Bands der Welt (nach Tonträgerverkauf).

Der Begriff Hardrock

Die Bezeichnung Hardrock ist äußerst heterogen und überschneidet sich mit Rock und Heavy Metal. Sie dient in erster Linie als Abgrenzung zu normalen Rock, wobei die Grenzen fließend sind. Entsprechend ist eine korrekte Zuordnung von Songs oder Künstlern teilweise nur schwer mit objektiv messbaren Kriterien möglich.

Im klassischen Sinne ist Hardrock ein Sound, der durch schnelle oder/und harte Gitarrenklänge, die insbesondere durch verzerrte Verstärker betont wurden und treibende Rhythmen. Dabei blieb die klassische Songstruktur aus der Beat- und Rockmusik mit Strophe, Zwischenstück und Refrain sowie eine melodische Grundbasis im 4/4-Takt erhalten. Hinzu kamen zum Teil lange, die Songstruktur aufbrechende Gitarrensoli. Häufig ist der Hardrock auch von starken Einflüssen des Blues geprägt.

Weiterentwicklungen und verwandte Musikrichtungen des Hardrocks sind unter anderem:

  • Sleaze Rock,
  • Glamrock,
  • Heavy Metal,
  • Progressive Metal,
  • Thrash Metal,
  • Black Metal,
  • Death Metal,
  • Industrial Rock
  • Nu Metal,
  • im weiteren Sinne Punkrock und
  • Grunge.

Entstehung und Geschichte

Es gibt zwei wegweisende Titel, aus denen viele Impulse für die Entwicklung des Hardrocks hervorgingen. Das vielleicht erste richtige Hardrock-Gitarrenriff stammt von Dave Davies auf dem Song „You Really Got Me“ von The Kinks. Dieser Gitarrensound hat viele Rockmusiker der 1960er-Jahre stark beeinflusst und dem Hardrock den Weg geebnet. Als erster „richtiger“ Hardrocksong im eigentlichen Sinn gilt „Paranoid“ von Black Sabbath, der 1970 veröffentlicht wurde. Zwar entwickelte sich die Rockmusik Ende der 1960er-Jahre bereits rasant und splittete sich auch in Richtung Hardrock auf, aber einen pointierten von Blues und Beat gelösten Song, der wie ein Signalstart war, gab es nicht. Mit „Paranoid“ war dieser gefunden.

Parallel entwickelten die sogenannten Urväter des Hardrock ihren eigenen Stil: Led Zeppelin, Uriah Heep, Deep Purple, Nazareth und Alice Cooper prägten die frühe Phase des Hardrocks. Besonders Led Zeppelin war maßgeblicher Einfluss für weitere Künstler wie AC/DC, Motörhead und die Scorpions sowie Kiss, die in den 1970er-Jahren erste Erfolge feierten. Mit Van Halen kam Ende der 1970er-Jahre ein deutlich schnelleres und komplizierteres Gitarrenspielen in den Hardrock. Der Stil wurde härter, schneller und verspielter. Zugleich spielte der Gitarrist Yngwie Malmsteen äußerst anspruchsvolle, schnelle Gitarrenriffs voller Virtuosität. Spätestens damit war der Heavy Metal geboren, der eng mit dem Hardrock verknüpft ist.

Musikalisch gab es in den 1980er und 1990er-Jahren und bis heute immer wieder neue Bands, die andere musikalische Einflüsse in den Hardrock brachten. In dieser Zeit war der Hardrock sehr melodisch. In den 1990ern entwickelte sich mit Grunge eine Musikrichtung, die sich eigentlich bewusst vom Hardrock abgrenzte, zugleich aber musikalische Berührungspunkte hatte: So sind beispielsweise Soundgarden mit ihren Songs sehr nahe am ursprünglichen Hardrock. Eine neue Welle zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts brachte etwas später dann mit Bands wie Wolfmother oder auch Queens Of The Stone Age einen sehr warmen, erdigen Retro-Sound, der wieder deutlich stärker vom Blues geprägt ist.

Instrumentierung

Der typische Hardrocksound besteht aus:

  • Gesang,
  • Schlagzeug,
  • Bassgitarre,
  • Rhythmusgitarre,
  • Leadgitarre,
  • teilweise Tasteninstrumente wie Orgel oder Keyboard.

Einige Bands setzen bei Live-Auftritten auch einen dritten Gitarristen ein. Andere Bands wie beispielsweise Motörhead sind ein klassisches Trio.

Bekannte Hardrock-Interpreten

Zu den bekanntesten und bedeutendsten Vertretern des frühen Hardrocks zählen Black Sabbath, Led Zeppelin (die streng genommen nur am Rande dazugehören), Deep Purple, Blue Öyster Cult und Uriah Heep: Später kamen unter anderem Motörhead, AC/DC, Aerosmith, Kiss, Iron Maiden, Van Halen, UFO, Metallica und die Scorpions sowie Judas Priest hinzu. Auch Guns n’Roses und Bon Jovi werden dem Hardrock zugeordnet.

National ist das Feld der Namen deutlich dünner besetzt. Neben Doro/Warlock und den Scorpions gibt es nicht viele bekannte Künstler, die sich in den Hardrock einordnen lassen. Am Rande gilt dies noch für Helloween, die aber eher dem Heavy Metal zuzuordnen sind. Auch Rammstein ist am Rande dem groben Stil des Hardrocks zuzuordnen, folgt aber einer Richtung, die eher zum Industrial-Rock gehört.

Bekannte Songs, die den Hardrock beeinflusst oder erfolgreich gemacht haben, sind neben einigen Balladen und „Paranoid“ von Black Sabbath unter anderem:

  • „Smoke on The Water“ von Deep Purple,
  • „Whole Lotta Love“ von Led Zeppelin,
  • „Highway To Hell“ von AC/DC,
  • „Number Of The Beast“ von Iron Maiden,
  • „Jump“ von Van Halen,
  • „Paradise City“ von Guns n’Roses,
  • „Enter Sandman“ von Metallica.

Bei Kritikern und Hardrock-Fans ist umstritten, ob die schwedische Band Europe zum Hardrock gezählt werden sollte. Ihr „Final Countdown“ ist aber im Zweifelsfall einer der kommerziell erfolgreichsten Titel des Genres.

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