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E-Bass/Bassgitarre

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Beim E-Bass handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Kontrabasses. Das Zupfinstrument hat die Form einer Gitarre, wird aber mit dickeren Saiten bespannt und hat als Akustikinstrument einen größeren Korpus. Der E-Bass hingegen ähnelt einer Gitarre, kann aber auch sehr untypische Formen aufweisen.
Der E-Bass gehört heute fast zu allen Arten der modernen Unterhaltungsmusik. Er sorgt zusammen mit dem Schlagzeug oder/und Percussion für den Rhythmus eines Songs. Die Entwicklung war sinnvoll, denn der Kontrabass des Swings, Rock ‘n‘ Rolls und ursprünglichen Rhythm & Blues war zwar laut, konnte sich aber irgendwann nicht mehr gegen die elektrisch verstärkte Musik der Gitarren durchsetzen.

Entstanden sind Vorläufermodelle der akustischen Bassgitarre bereits im 17. Jahrhundert. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde eine akustische Bassgitarre (auch Kontragitarre) gebaut. Die Electronic Bass Fiddle der Firma Audiovox Manufacturing war der erste echte E-Bass und entstand 1935. Die erste Serienanfertigung war der Fender Precision Bass (1951).

Wie ist ein E-Bass aufgebaut?

Der Bass ist ein viersaitiges Instrument. Sein Korpus ähnelt dem einer Gitarre. Der E-Bass nutzt anders als der akustische Bass den Korpus nicht als Resonanzkörper, daher ist dieser in aller Regel aus einem Stück massiven Holz gefertigt. Je nach Masse ändert sich dabei der Grundklang.

Auf dem Korpus sitzt am unteren Ende die Bridge, auf der die Saiten befestigt sind. Diese verlaufen über zwei Pickups in den Hals hinein. Dort gehen sie über das Griffbrett, wo sie auf den Bünden (Bundstäbchen) entlanglaufen und im Sattel, dem Ende des Halses, an der Mechanik der Kopfplatte gespannt werden.

Beim E-Bass sind am unteren Korpus außerdem ein Kabelanschluss für den Verstärker und verschiedene Regler angebracht, mit denen Frequenzhöhe, Lautstärke, Filter und andere Effekte gesteuert werden können. Mit oder ohne Effekt: Der Tonabnehmer wandelt die Schwingungen der Saiten in ein elektrisches Signal um, das über den Verstärker und dessen Mikrofon in Töne zurückverwandelt wird.

Bei der akustischen Bassgitarre kommt der Klang aus dem Korpus, der unter den Saiten eine Öffnung hat. Der Klang kann elektrisch oder mit einem Mikrofon abgenommen werden.

Wie wird eine Bassgitarre gespielt?

Bei der Bassgitarre werden die Saiten mit der rechten Hand angespielt und die linke Hand verändert durch Druck auf die Saiten die Töne. Dabei existieren verschiedene Techniken.

  • Zupfen
    Das Zupfen entspricht weitgehend dem Pizzicato der Klassik. Die Saiten werden gezupft und können mit der linken Griffhand fast geräuschlos abgedämpft werden. Das Zupfen ist eine sehr saubere Spielart.
  • Anspielen mit Plektrum
    Werden die Saiten mit einem Plektrum (Kunststoffplättchen) oder mit den Fingern angespielt, ist dies weniger präzise, ermöglicht aber ebenfalls ein vergleichsweise sehr sauberes Spielen. Die Spielart entspricht der eines Gitarrenspiels und ist sehr variabel.
  • Slappen
    Besonders in vielen Stilen der Rockmusik ist das Slappen typisch. Dabei werden die Saiten angerissen und prallen dann zurück. Dabei entsteht ein fast hellerer, fast rhythmischer Ton. Dieser Stil ist prägend zum Beispiel für die Funkmusik war.
  • Weitere Techniken
    Es gibt eine Reihe weiterer Techniken, die aber seltener eingesetzt werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Typewriting, Tapping und Double-Thumbing.
  • Effekte
    Das Spielen eines E-Basses ist ohne Effekte nicht komplett. Dazu werden verschiedene Hall-, Modulations- oder sonstige Effektgeräte eingesetzt und it Hand oder Fußpedal bedient.

E-Bass: Welche Arten gibt es?

Gestimmt ist das Instrument ganz klassisch in E-A-D-G, bei einem fünfsaitigen Bass mit einem zusätzlichen H, bei einem sechssaitigen Bass kommt das tiefe C hinzu. Je nach Saitenzahl sind mit einem E-Bass also andere Klangstrukturen möglich. Dennoch gibt es auch in der Bauweise Unterschiede.

  • Mehrchöriger Bass
    Der mehrchörige Bass nutzt das doppelte oder dreifache der eigentlichen Saitenzahl. So haben solche Bässe bis zu 18 Saiten (dreichöriger Sechssaiter).
  • Bundloser Bass
    Einen besonderen Klang bieten bundlose Bässe. Diese sind nicht sehr verbreitet, erzeugen aber sehr eigenwillige Klänge. Bei diesem sogenannten Fretless Bass fehlen die Bünde mit den Stäbchen.
  • D-Tuner-Bass
    Einige Exemplare haben einen D-Tuner. Damit lässt sich per Umschalthebel die tiefe Saite (E) um einen Ton nach unten stellen (D).
  • Bassjo
    Beim Bassjo handelt es sich um ein Banjo, dem ein Hals eines Basses aufgesetzt wurde. Die vier Saiten ergeben einen sehr eigenen Klang.

Außerdem gibt es eine Reihe von Bassgitarren, die nicht aus massivem Holz hergestellt sind. Es gibt zum Beispiel Exemplare aus Acryl, Aluminium oder Kunststoffmischungen. Viele Musiker schwören aber auf klassisch gebaute E-Bässe aus Holz. In den 1960er-Jahren waren auch E-Bässe mit einem hohlen Resonanzkörper ausgestattet.

Bei welchen Musikstilen werden Bassgitarren eingesetzt?

Die Bassgitarre und der E-Bass sind Instrumente, die besonders in der populären Unterhaltungsmusik genutzt werden. Während der akustische Bass relativ selten ist und zum Teil bei Folk und Folklore eingesetzt wird, ist ein E-Bass in der Pop- und Rockmusik kaum wegzudenken. Hier bildet er zusammen mit dem Schlagzeug eine rhythmische Einheit. Außer für alle Variante der Rockmusik ist er ganz besonders für Funk und Reggae ein prägendes Instrument.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Es gibt einige Dutzend sehr bekannte Hersteller von E-Bässen. Am bekanntesten sind unter anderem Epiphone, Fender, Gibson, Höfner, Rickenbacker, Steinberger und Warwick. Für einen Akustik-Bass gibt es deutlich mehr kleine Hersteller, die ihre Instrumente noch in Handarbeit fertigen. Bekannte Marken für diese Bassgitarre sind unter anderem Dean, Harley Benton, Ibanez, Ortega, Stanford und Takamine. Die meisten E-Bass-Hersteller wie Fender haben ebenfalls akustische Instrumente im Angebot.

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