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Peter Sculthorpe

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Peter Joshua Sculthorpe war ein australischer, klassischer Komponist. Er wurde 1929 in Launceston auf Tasmanien geboren und starb 2014 im Alter von 85 Jahren in Woollahra im australischen Bundesstaat New South Wales. Er zählt zu den führenden Komponisten des Landes. In seinen Werken befasste er sich auch mit aktuellen Problemen, wie dem Klimawandel und der Flüchtlingspolitik seines Heimatlandes.

Welchen Werdegang hatte Peter Sculthorpe?

Im Alter von neun Jahren erhielt Peter Sculthorpe Klavierunterricht. Bereits in jungen Jahren begann er zu komponieren. Mit zwölf Jahren spielte er im australischen Rundfunk sein erstes eigenes, von Debussy und Mahler beeinflusstes Klavierstück. Nachdem er die Launceston Church Grammar School besucht hatte, studierte er mit 16 Jahren Kontrabass am Konservatorium der University of Melbourne.

1958 führte ihn ein Stipendium an das Wadham College im englischen Oxford. Dort studierte er bei den britischen Komponisten Edmund Rubbra und dem Schöberg-Schüler Egon Wellesz. Während seines Aufenthalts in Oxford lernte er auch die Komponisten Peter Maxwell Davies und John Cage kennen.

1960 kehrte er nach Australien zurück und unterrichtete ab 1964 bis zu seiner Emeritierung 1999 an der University of Sydney. Peter Sculthorpe lehrte 1966/67 auch an der Yale University und war Gastdozent an der University of Sussex in den Jahren 1971/72. Zu seinen Studenten zählten hier die späteren australischen Komponisten Anne Boyd, Ross Edwards und Barry Conyngham.

1977 wurde Peter Sculthorpe zum Order of the British Empire und 1990 zum Officer of the Order of Australia ernannt. Für seine Verdienste um die australische Musik erhielt er 1992 den Sir Bernard Heinze Award. 1998 erfolgte seine Wahl zu einem von „Australia’s Living National Treasures“. Im selben Jahr bekam er die Silver Jubilee Medal. Sculthorpe besaß Ehrendoktorwürden der Universitäten von Tasmanien, Melbourne, Sussex, Griffith und Sydney. 2011 erhielt er aus den Händen des spanischen Königs Juan Carlos I. den Orden de Isabel la Católica.

1999 erschien die Autobiographie von Peter Sculthorpe: „Sun Music: Journeys and Reflections From a Composer’s Life“.

Was charakterisiert das Werk Peter Sculthorpes?

In seinem Werk versuchte Peter Sculthorpe, einen australischen oder ostasiatischen Regionalstil zu entwickeln, indem er die Musik der Aborigines, der Gamelans von Java und Bali sowie die Traditionen Japans in seine Kompositionen einfließen ließ. Er verstand es, mit seiner Musik ein Gefühl für die Landschaft Australiens und Ostasiens zu erzeugen. Sculthorpe gelang dies zum einen durch sein Studium der Musik der Aborigines, zum anderen durch seine tiefe Liebe zu Australien sowie durch sein Interesse für Umweltschutz und Ökologie. Dies lässt sich besonders in seinem Werk „Earth Cry“ von 1986 hören, in dem das Didgeridoo, das traditionelle Musikinstrument der nordaustralischen Aborigines, eine wesentliche Rolle spielt. Den auffallend melancholischen Ausdruck vieler seiner Kompositionen führte Sculthorpe überdies auf das koloniale Erbe seines Heimatlandes zurück.

Die wichtigsten Werke von Peter Sculthorpe

Peter Sculthorpe komponierte rund 350 Werke in sämtlichen musikalischen Genres vom Lied über Chorwerke bis zur Oper, Stücke für Soloinstrumente, Kammermusik und Orchesterwerke, geistliche Werke und Filmmusiken.

Einige seiner bedeutendsten Kompositionen sind:

  • Irkanda IV (1961) für Violine, Streichorchester und Schlagwerk
  • Streichquartett Nr. 6 (1965)
  • Sun Music I (1965) für Orchester
  • Sun Music III (1967) für Orchester
  • Streichquartett Nr. 8 (1969)
  • Port Essington (1977) für Streichorchester
  • Mangrove (1979) für Orchester
  • Piano Concerto (1983)
  • Kakadu (1988) für Orchester
  • Nourlangie (1989) für Gitarre und Orchester
  • Great Sandy Island (1988) für Orchester
  • Requiem (2004) für Chor und Orchester

Trivia über Peter Sculthorpe

Es existieren vier Bücher über Peter Sculthorpes Arbeit. Diese Bücher sind:

  • Michael Hannan: Peter Sculthorpe: His Music and Ideas 1929 – 1979, University of Queensland Press, 1982
  • Deborah Hayes: Peter Sculthorpe: A Bio-Bibliography, Greenwood Press, 1993
  • Graeme Skinners: Peter Sculthorpe: The Making of an Australian Composer, UNSW Press, 2007
  • Fiona Richards: Peter Sculthorpe’s Irkanda IV (1961), Ashgate Publishing, 2013

Sein Werk „Irkanda IV“ von 1961 schrieb er in Gedenken an seinen Vater, der im selben Jahr verstarb. Das „Requiem“ von 1979 für Solo-Cello ist ebenfalls als eine Ehrung seines Vaters gedacht.

Peter Sculthorpe schrieb drei Film-Soundtracks:

  • „Age of Consent“ (1969, dt. „Das Mädchen vom Korallenriff“)
  • „Manganinnie“ (1980)
  • „Burke & Wills“ (1985)

Die Filmmusik zu „Manganinnie“ erhielt 1980 den australischen Oscar, den AFI Award, in der Kategorie „Best Original Music Score“.

1985 bekam er den APRA-Award für das am häufigsten aufgeführte klassische Werk in Australien („Piano Concerto“, 1983). Aufnahmen von Sculthorpes Kompositionen für Orchester und Streicher gewannen 1991 und 1996 den Australian Record Industry Award in der Kategorie „Klassik“.

Der australische Maler Eric Smith nahm 1982 für ein Porträt Peter Sculthorpes den renommierten Archibald Prize entgegen.


 

 

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