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Was macht ein Tonmeister?

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Der Tonmeister arbeitet im Studio bei Musik- und Hörspielproduktionen mit, aber auch bei Konzerten und Opern. Seine Aufgaben liegen sowohl im künstlerischen als auch im technischen Bereich. Der Beruf des Tonmeisters kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, als die ersten professionellen Tonaufnahmen angefertigt wurden. Dabei stellte sich schnell heraus, dass für die Aufnahme von Musik neben einer technischen auch eine musikalische Kompetenz auf Augen- und Ohrenhöhe mit den Interpreten erforderlich war. Der Begriff „Meister“ war und ist in Deutschland in vielen Berufszweigen die höchste Qualifikationsstufe. Sie stammt aus der jahrhundertealten Tradition des Deutschen Innungswesens. So war es nur folgerichtig, den Meister der Tonaufnahme ebenfalls als „Tonmeister“ zu bezeichnen.

Der Tonmeister beeinflusst den Klang auf dem Weg von der Konzertsaalbühne über Mikrofone, Kabel, Mischpulte bis zum Hörer. Bei Konzerten oder Opern plant er die optimale Akustik und Übertragung. Er sorgt zudem für Geräusche und Töne bei Film- und Hörspielaufnahmen. So lässt er das Eis klirren und Schritte im Schnee knirschen.

Wie sieht das Berufsbild eines Tonmeisters aus?

Wie bei allen Tonberufen ist auch der Tonmeister gefordert, Sprache, Musik und Geräusche so aufzunehmen und zu übertragen, dass bei der Wiedergabe der gewünschte Höreindruck entsteht. Verständlichkeit ist dabei unabdingbar. Dies gilt etwa für Nachrichtensendungen, Talkshows und Hörspiele. Dabei sind jegliche Störgeräusche unerwünscht. Bei Film und Fernsehen übernimmt der Tonmeister in Zusammenarbeit mit der Regie die kreative und eigenverantwortliche Tongestaltung. Die Tonaufnahmen müssen dabei mit dem optischen Geschehen korrespondieren.

Kenntnisse der dramaturgischen Gesetze bei Film und Fernsehen sind unerlässlich. Der Tonmeister muss Bildinhalte und die Aussage einer Szene schnell erfassen und akustisch umsetzen. Dabei muss er Ton und Bildperspektiven dramaturgisch sinnvoll miteinander verbinden. Der Tonmeister arbeitet eng zusammen mit: Regisseur, Kameramann, Beleuchter, Produktions- und Aufnahmeleiter, Requisiteur, Cutter.

Wie arbeitet ein Tonmeister?

In der Vorbereitungsphase auf eine Produktion überprüft der Tonmeister das Drehbuch im Hinblick auf die Tongestaltung und entwickelt ein Konzept für deren Umsetzung. Er führt Vorgespräche mit Regisseur, Kameraleuten etc. Anschließend wählt und überprüft er Equipment und Material.

Während der Produktion nimmt der Tonmeister Sprache, Geräusche und Musik auf. Er berät den Regisseur, überwacht und überprüft die Qualität der Tonaufnahmen. In seinen Aufgabenbereich fällt es zudem, bildunabhängige und dramaturgisch erforderliche Zusatztöne aufzunehmen. Der Tonmeister überspielt die Töne für die Tonmontage und überwacht diesen Arbeitsvorgang. Ihm obliegt es, die Vorstellungen des Regisseurs und des Dirigenten mit den technischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Dies ist ihm nur dann möglich, wenn er die jeweilige Konzeption des Stücks genau kennt. Gerade bei einer Tätigkeit im Bereich des Musiktheaters benötigt er eine hohe Konzentrationsfähigkeit, um den Einsatz von technischen Anlagen (Mikrofone, Effektgeräte, Tonbänder etc.) mit der live gesungenen Stimme exakt in Einklang zu halten. Er ist gefordert, eventuell auftretende Schwankungen und Ungenauigkeiten rasch und unauffällig auszugleichen.

Am Ende einer Produktion kümmert sich der Tonmeister zusammen mit dem Cutter um die Sprach-, Geräusch- und Musikmontage sowie um die Tonmischung. Er kontrolliert den Tonschnitt und sorgt für die Abnahmekontrolle der Umspielung beim Lichttonverfahren.

Welche Berufsfelder gibt es für einen Tonmeister?

Ein Tonmeister kann in folgenden Bereichen tätig werden:

  • Produktion von Tonträgern und Filmton
  • Aufnahmeleitung
  • Eventtechnik
  • Beschallung
  • Sounddesign
  • Geräte- und Anlageentwicklung
  • pädagogische Tätigkeiten
  • Musikredakteur
  • Produktionsleitung im Medien- und Veranstaltungsbereich

Die Spanne der Einsatzgebiete umfasst sämtliche Besetzungen und Stile sowie alle Epochen der Musikgeschichte bis zur Gegenwart. Dazu gehören beispielsweise:

  • Solo
  • Sinfonieorchester
  • Jazz-Duo
  • Big Band
  • Singer/Songwriter
  • Metal-Band
  • Oper

Der Tonmeister kommt bei unterschiedlichen Veranstaltungen zum Einsatz. Dazu zählen etwa:

  • Live-Mitschnitt
  • Übertragung eines Kirchenkonzertes
  • Stereo-Aufnahme
  • 120-Spur-Produktion im Studio

Wo ist eine Ausbildung zum Tonmeister möglich?

Die Berufsbezeichnung „Tonmeister“ ist gesetzlich nicht geschützt. Sie kann daher nach Belieben und ohne Qualifikationsnachweis verwendet werden. Der Begriff selbst sagt nichts über die Ausbildung und Kompetenz aus. „Dipl.-Tonmeister“ darf sich aber lediglich derjenige nennen, der ein Tonmeisterstudium erfolgreich mit den Diplomprüfungen abgeschlossen hat. Solch eine Ausbildung ist möglich an der

Das Studium in Berlin, Detmold und Wien hat eine Regelstudiendauer von wenigstens zehn Semestern. Es endet mit der staatlichen Prüfung zum Diplom-Tonmeister oder Diplom-Ingenieur. Unterrichtsfächer sind Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Studiotechnik für den praktischen Bereich und das Spielen eines Instruments, Musiktheorie und -geschichte, Partiturspiel sowie Gehörbildung im musikalischen Zweig. Hinzu kommt ein Praktikum im künftigen Tätigkeitsfeld. Der Tonmeister ist gefordert, sich permanent über technische Neuerungen zu informieren und gegebenenfalls an einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.

Neben diesen Hochschulen gibt es auch private Bildungseinrichtungen, die auf eigenwirtschaftlicher Basis Qualifizierungen im Bereich der Musikaufnahme anbieten. Dies sind

  • das SAE Institute
  • die Akademie Deutsche POP
  • die Audioacademy Hamburg
  • die SfT Schule für Tontechnik in Wuppertal und Regensburg

Es gibt bei den Inhalten und der Ausbildungstiefe jedoch deutliche Unterschiede zu den Studiengängen der staatlichen Kunsthochschulen.

Der Berufsverband für Tonmeister ist in Deutschland der Verband Deutscher Tonmeister e.V. (VDT). In ihm sind Tonmeister aus allen Bereichen der Audiobranche organisiert. Der Verein ist aus der Deutschen Filmtonmeister-Vereinigung hervorgegangen, die 1950 in München gegründet wurde und die sich auf andere Berufssparten ausdehnte. Der VDT hat heute mehr als 1900 Mitglieder, die in den unterschiedlichsten Institutionen und auch selbstständig tätig sind. Rund 10 Prozent der Mitglieder sind Studenten. Neben den persönlichen Mitgliedern gibt es auch zahlreiche Firmenmitgliedschaften.

Im Rahmen der jährlichen Tonmeistertagung vergibt der Verband für besonders herausragende Tonregie-Leistungen den „Goldenen Bobby“ in sieben Kategorien.

 Wiki Page: http://de.wikipedia.org/wiki/Tonmeister

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