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Geige (Violine)

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Die Geige (italienisch: Violine) gehört zu den wichtigsten Instrumenten der klassischen Musik und findet darüber hinaus auch in anderen Musikstilen Verwendung. Es handelt sich um ein Streichinstrument, dessen Saiten mit einem Bogen bespielt werden. Ohne Geigen wäre speziell die Klassik nicht vorstellbar.

Wie ist eine Geige aufgebaut?

Mit einem Gewicht von nicht einmal einem halben Kilogramm und 30 Teilen ist die Geige ein aufwendig gebautes Instrument. Beim Geigenbau kommen sogar mehrere Holzarten zum Einsatz.

Die Geige besteht wie die meisten Saiteninstrumente der klassischen Musik aus Boden (meistens Ahorn), Decke (meistens Fichte) und einer umlaufenden Zarge (ebenfalls meistens Ahorn). Innerhalb dieses Resonanzkörpers befinden sich noch Stimmstock und Bassbalken, die maßgeblichen Anteil am Klang des Instrumentes haben.

In der Decke sind die typischen F-Löcher (Schalllöcher) eingelassen, zwischen denen der Steg sitzt. Am unteren Ende befinden sich der Saitenhalter mit Feinstimmer, Untersattel, Kinnhalter und Endknopf. Von dort verlaufen die Saiten über den Steg bis zum Hals, auf dem das Griffbrett angebracht ist, und enden im Wirbelkasten in der Schnecke. Dort werden sie durch die Wirbel gespannt.

Zur Geige gehört ein Bogen. Dieser besteht meistens aus dem Tropenholz Pernambuk, auf dem balsamierte Pferdehaare gespannt sind. Dieses Haar benutzen die Geigenbauer, da es rau ist und so die Saiten sehr gut zum Schwingen bringt.

Wie wird eine Geige gespielt?

Die Geige hat vier Saiten: E, A, D und G. Durch das Streichen mit dem Bogen werden die Saiten in Schwingung versetzt. Dabei nutzt der Geiger physikalische Eigenschaften aus. Vereinfacht gesagt nehmen die Haare des Bogens die Saiten mit, diese lösen sich dann und schnellen zurück in die Ausgangsposition. Dabei entstehen Schwingungen, die in den Korpus übertragen werden. Durch den Stimmstock und den Bassbalken verändert sich der Klang und dring durch die Schalllöcher des Resonanzkörpers vernehmbar nach außen. Als Faustregel gilt: Die Bogenspitze ermöglicht leisere und höhere Töne, das Bogenende lautere und tiefere. Allerdings hängen der Klang und die Tonlage auch von der angespielten Saite und der Höhe ab, auf der die Saite auf dem Instrument angespielt wird. Zugleich greifen die Geiger mit ihren Fingern auf die schwingenden Saiten und erzeugen so die eigentlichen Töne.

Es gibt verschiedene Techniken, wie eine Geige gespielt wird. Die wichtigsten sind:

  • Pizzicato: Die Saiten werden mit den Fingern gezupft.
  • Vibrato: Die Saiten werden mit den Fingern etwas bewegt, wodurch eine intensive und gefühlvollere Klangfarbe entsteht.
  • Col legno: Die Saiten werden mit der Bogenstange gespielt.
  • Flageolett: Die Finger berühren zwar die Saiten, drücken sie aber nicht auf das Griffbrett. Dadurch entsteht ein hoher Klang.

Geige: Welche Arten gibt es?

Es gibt verschiedene Geigengrößen. Neben der Standardgröße, die insgesamt zwischen 55 und 60 cm liegt, gibt es kleinere Instrumente, die in Brüchen als zum Beispiel 7/8-Geige oder 3/4-Geige bezeichnet werden. Der Bruch gibt dabei aber nur einen Anhaltspunkt der reduzierte Größe an und ist nicht maßstabsgetreu zu verstehen.

In der frühen Klassik wurden auch u. a. siebensaitige Instrumente verwendet. Diese kommen allerdings heute kaum zum Einsatz. Gängiger sind Geigen mit Tonabnehmer, die auch als E-Geigen bezeichnet werden. Das Prinzip ähnelt dem einer E-Gitarre. Die Geige hat keinen Resonanzkörper, sondern der erzeugte Ton wird elektrisch an einen Verstärker gesendet.

Bei welchen Musikstilen werden Geigen eingesetzt?

Die Geige ist im 16. Jahrhundert entstanden. Sehr schnell wurde sie in der höfischen Musik eingesetzt. Sie ist eines der wichtigsten Instrumente der Klassik und wird dort unter anderem in folgenden Rahmen gespielt:

  • Solo,
  • Kammerkonzert,
  • Orchester.

Die Geige ist tragend für den Klang klassischer Musik. Dieses zeigt sich auch in der herausgehobenen Stellung des „ersten Geigers“ in der Besetzung.

Darüber hinaus kommt die Geige stark in der Folklore zum Einsatz. Speziell in Irland und Südosteuropa sowie in den USA gehört das Streichinstrument zur typischen Klangfarbe der folkloristischen Lieder. Aber auch in der Tanzmusik, im Jazz sowie in der Pop- und Rockmusik und in der Folk- und Countrymusik findet sich die Geige. Dabei wird sie häufig Fidel genannt.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Gute Geigen sind sehr teure Instrumente, die mit den Jahren an Wert und Klangfarbe gewinnen. Einer der bekanntesten Geigenbauer war Antonio Stradivari, der bereits im 17. Jahrhundert lebte. Heute werden seine Geigen für mehrere Millionen Euro gehandelt. Aus dieser Zeit stammen auch Instrumente der Geigenbauerfamilien Amati, Guarneri und Gagliani. Weitere bekannte Bauer wie Maggini kamen ebenfalls aus Italien. Aber auch in Deutschland, Österreich und angrenzenden Ländern wurden gute Instrumente gebaut.

Ein erfolgreicher Geiger wird möglichst auf einem alten Instrument der großen Bauer spielen. Dennoch gibt es auch neue Geigen im Handel. Diese stammen häufig aus kleinen Handwerksbetrieben, die sich in der Tradition berühmter Geigenbauer sehen. Neben diesen Geigenbauern gibt es größere Werkstätten wie ts Music Fidelity, Steinbach oder GEWA.

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