Lexikon der Musik – Instrumente, Musikrichtungen, Veranstaltungen

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Drehorgel (Leierkasten)

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Die Drehorgel, auch Leierkasten genannt ist schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts ein bekanntes Instrument. Heute sieht man häufig einen Plüschaffen an der Drehorgel, welcher an die damaligen Straßenmusiker erinnern soll, die oft ein Kapuzineräffchen als zusätzliche Attraktion dabei hatten. Diese Äffchen sammelten bei den Zuschauern Geld ein.

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„Flašinetář na Karlově mostě (cropped)“ von cs:ŠJů – own work. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

 

Wie ist eine Drehorgel aufgebaut?

Im Prinzip unterscheidet sich der Aufbau der Drehorgel nur geringfügig von einer herkömmlichen Kirchenorgel. Sämtliche Teile sind in einem Gehäuse verbaut, welches sich auf einem Fahrgestell befindet, um es einfach zu transportieren. Auf der Vorderseite ist meist eine Öffnung, welche die Pfeifen zeigt.

Mit der seitlich angebrachten Kurbel wird die Drehorgel gespielt. Mit Hilfe einer Pleuelstange wird der am unteren Ende befindliche Schöpfbalg betätigt, der wiederum Wind erzeugt, welcher schließlich die Pfeifen zum Musizieren bringt.

Unterschiedliche Steuerungen ermöglichen schließlich dem Leierkastenmann die Drehorgel zu spielen. Es gibt die Walzensteuerung, Clavessteuerung, Pneumatische Steuerung und Elektronische Steuerung. Ganz egal welche Steuerung verbaut ist, die Musik ist bereits voreingestellt und wird durch Kurbeldreh abgespielt.

Wie wird die Drehorgel gespielt? 

Durch das Drehen der Kurbel spielt die Drehorgel Musik ab. Je nachdem, wie schnell und gleichmäßig die Kurbel gedreht wird, werden auch die Töne entsprechend der Geschwindigkeit angespielt.

Drehorgel – Welche Arten gibt es?

Primäre Unterscheidungen der Drehorgel gibt es durch unterschiedlich verbaute Steuerungen.

Walzensteuerung: 

Die ersten Drehorgeln wurden alle mit einer Holzwalze versehen. Auf dieser sind Stifte und Drahtbrücken eingeschlagen, welche den Ton angeben sollen. Durch das Drehen der Kurbel dreht sich die Walze und die eingeschlagenen Erhebungen betätigen kleine Hebel, welche die Ventile der Pfeifen steuern und dafür sorgen, dass die Luft durch die richtige Pfeife geblasen wird.

Clavessteuerung: 

Niederländische Drehorgeln haben oft eine Clavessteuerung verbaut. Hier werden Hebel (Claves) mittels einer Federspannung niedergedrückt, die an einem Kartonlochstreifen angebracht sind. In die Löcher des Lochstreifens wird also ein Hebel gedrückt, sobald dieser darüber erscheint. Ein Draht öffnet schließlich das Ventil der Pfeife.

Pneumatische Steuerung: 

Die pneumatische Steuerung funktioniert entweder über die Zustrom- oder die Abstrompneumatik, also das Prinzip des Pumpens oder Saugens der Luft. Je nachdem, wo sich das Loch in der Lochbandrolle befindet, wird schließlich ein Ventil geöffnet und Luft durch die Pfeife geblasen.

Elektronische Steuerung 

Moderne Drehorgeln können auch über eine elektronische Steuerung verfügen. In diesem Fall ist ein kleiner Computer verbaut, der direkt die Ventile ansteuert. Das macht den Steuerkasten und das Lochband unnötig. Die Handkurbel sorgt bei diesen Leierkästen für den nötigen Winddruck.

Bei welchen Musikstilen werden Drehorgeln eingesetzt? 

Die Drehorgel ist aus der Geschichte der Straßenmusik nicht weg zu denken. Die Drehorgel spielt immer die selbe Musik, welche einmal per Balgwerk voreingestellt wurde. Häufig werden klassische Stücke einfach wiedergegeben, allgemein könnte man den Musikstil von Drehorgeln aber auch als Jahrmarktsmusik definieren.

Welche bekannten Hersteller gibt es? 

Drehorgeln werden vom Orgelbau-Betrieb Raffin GmbH oder Orgelbau Fischer hergestellt.

 

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