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Dixieland

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Dixieland ist eine Form des Jazz, der ursprünglich von weißen Musikern gespielt wurde. Diese setzten sich damit vom New Orleans Jazz ab. Das Genre nutzt das „Call And Response“, mit der die Band große Teile der Titel improvisiert und so den Sound des Ensembles weiterentwickelt. Aus dem Dixieland sind der Chicago Jazz und der Swing entstanden.

Der Begriff Dixieland

Die Bezeichnung der Stilrichtung lautet korrekt Dixieland Jazz. Während der zweite Teil Bezug nimmt auf die Grundstruktur der Musik, lehnt sich der erste an die Region der Südstaaten in den USA an, die entsprechend benannt werden. Es gibt zwei Quellen für diesen Namen. Zum einen eine Abwandlung, der ehemaligen französischen (Louisiana war anfangs französisch) 10-Dollar-Noten, die Dixies hießen. Eine andere Quelle nennt Jeremiah Dixon als Ursprung. Dieser hatte die Grenze zwischen Pennsylvania (Nordstaaten) und Maryland (Südstaaten) vermessen. Nach ihm wurde der südliche Teil Dixieland genannt.

Mit Dixieland Jazz hatten die Musiker ihren Stil aber auch als Abgrenzung zum New Orleans Jazz bezeichnet. Dieser wurde von Schwarzen in der gleichnamigen Stadt entwickelt. Die Weißen spielten ihn nach und benannten ihn aber statt nach der Metropole nach den gesamten Südstaaten.

Entstehung und Geschichte

Dixieland ist die Musik der Weißen. Der Stil entstand, als weiße Musiker dem New Orleans Jazz nachahmten, der bis dahin ausschließlich von Schwarzen gespielt wurde. Im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstand daraus der Dixieland.

Als Wegbereiter dieses Stils gilt Papa Jack Laine, der gemeinsam mit seiner Band Jazzstücke aus New Orleans interpretierte und einem weißen Publikum öffnete. Dabei war der Dixieland nicht so „weiß“, denn in seiner Band spielten auch einige als Kubaner oder Mexikaner getarnte schwarze Musiker. Papa Jack Laine war Vorreiter von Bands, die durch die Straßen marschiert sind und dabei Jazzstücke in einer neuen Weise interpretierten und spielten. In seinem Dunstkreis gründete sich unter anderem die Original Dixieland Jass Band (O. D. J. B.). Diese Band konnte als eine der ersten Jazzbands überhaupt Tonträger aufnehmen und wurde so in Nordamerika und später in Europa als wichtigstes Aushängeschild des Dixieland Jazz bekannt.

Der Dixieland hat eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung des Jazz. Denn von New Orleans aus schwappte das Genre bis nach Chicago und New York. Dort entwickelte sich daraus der Chicago Jazz und der Swing sowie später die Brassmusik. Auch die Musikrichting Skiffle ist eng mit dem Dixieland verwandt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten Künstler wie Wilbur de Paris den Dixieland erstmals nach Europa. Es kam in den 1950er-Jahren zu einem regelrechten Hype der Musik. Der Sound war jedoch bereits deutlich durch andere Jazzstile vermengt.

Heute ist Dixieland eine Musik, die vergleichsweise selten zu hören ist. Dass dieser ursprüngliche Jazz aber viele Fans hat, zeigt jährlich das Internationale Dixieland Festival in Dresden. Die Veranstaltung ist die größte Ihrer Art in Europa und hat eine weltweite Bedeutung. Rund 500.000 Menschen besuchen das eine Woche dauernde Festival.

Instrumentierung und Besonderheit

Dixieland ist deutlich glatter und gerader als der New Orleans Jazz, der anfangs Pate stand. Während beim Vorbild komplexe Strukturen und musikalisches Können im Fokus stehen, zeichnet sich der Dixieland Jazz durch mehr Spielfreude aus. Ein wesentliches Element ist die Gruppenimprovisation, bei der ein Instrument ein Thema vorgibt, das von der gesamten Band gleichzeitig weiterentwickelt wird. Dabei nehmen die Musiker einzelne Passagen eines anderen auf und verändern diese. Daraus entsteht der typische Dixieland-Sound. Diese Art von Improvisation wird „Call And Response“ genannt.

Der Sound ist ebenfalls maßgeblich von der Instrumentierung abhängig. Diese besteht beim Dixieland Jazz aus der Melodie- und Rhythmusfraktion. Die Melodie wird maßgeblich von der Trompete mit Unterstützung von Klarinette, Kornett und Posaune gespielt. Dazu sind Tuba, Kontrabass, Schlagzeug/Trommeln, Piano, Sousafon und Gitarre und Banjo eher den Rhythmus zuständig. Die genaue Zusammenstellung ist von der Band abhängig und davon, ob es ein Konzert ist oder die Band marschierend spielt.

Bekannte Künstler und Lieder des Dixielands

Der erste bekannte Dixieland-Künstler ist Papa Jack Laine. Gemeinsam mit ihm spielte unter anderem Nick La Rocca, dessen Original Dixieland Jass Band (O. D. J. B.) Vorreiter des Dixielands waren und diesen Stil bis nach New York und Chicago trug. Einige ihrer Hits sind „St. Louis Blues“, „Tiger Rag“ und „Fidgety Feet“. Weitere bekannte Künstler sind Wilbur de Paris, Dukes Of Dixieland und Jim Cullum sowie Pete Fountain. Aus Europa stammt Kenny Ball, der in den 1960ern mit „Midnight In Moscow“ einen kleinen Hit landen konnte.

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Dixieland mit anderen Jazzeinflüssen durchsetzt. Die puristische und ursprüngliche Musik ist kaum noch zu hören. Erweitert man das Genre, gehören auch Größen wie Chris Barber und Acker Bilk zu den Künstlern des Dixielands.

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