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Cello

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Seit 600 Jahren gehört das Cello – oder auch Violoncello – zu den bedeutendsten Instrumenten der klassischen bzw. E-Musik. Es gehört zur Familie der Geigeninstrumente und ist in Deutschland auch als Bassgeige bekannt. Das Cello ist Bestandteil eines Symphonieorchesters, hat dort aber meistens „nur“ die Aufgabe der Unterstützung der Basslinie. In Kammerkonzerten, bei Streichquartetten und im Jazz sowie vereinzelt in der Pop- und Rockmusik nutzen Komponisten das Cello deutlich herausgehobener.

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„Cello Uebersicht Teile“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

 

Wie ist ein Violoncello aufgebaut?

Das Cello ist eine Mischung aus Geige und Kontrabass. Es besitzt einen Korpus, der ca. 75 cm groß ist. Dieser besteht aus Boden und Decke, die von einer umlaufenden 11 cm breiten Zarge verbunden werden. Im Inneren sind ein Stimmstock und ein Bassbalken angebracht, der die im Inneren beim Spielen schwingende Luft in den Korpus leitet und diesem so zum Resonanzkörper werden lässt. Die Decke enthält zwei seitlich angebrachte F-Löcher (Schalllöcher). Die vier Saiten werden am unteren Ende auf der Decke durch einen Saitenhalter befestigt, verlaufen dann über den Steg bis zum oberen Ende des Korpus, wo sie in den ca. 25 cm langen Hals übergehen. Darauf befindet sich das Griffbrett. Sie laufen im Wirbelkasten auf. Dieser besteht aus Sattel, Wirbel (Befestigung der Saiten) und am Ende einer Schnecke. Das Cello steht beim Spielen auf einem Stachel. Zum Instrument gehört außerdem ein ca. 72 cm langer Bogen, mit dem die Saiten angespielt werden.

Wie wird das Cello gespielt?

Das Cello wird beim Spielen zwischen den Beinen aufgestellt. Ein Arm (in der Regel der rechte) streicht mit dem Bogen über die Saiten, der andere nutzt das Griffbrett, um die schwingenden Saiten als entsprechende Töne erklingen zu lassen. Dabei stehen dem Cellospieler keine Bünde zur Verfügung, was das Meistern des Instrumentes etwas anspruchsvoller macht.

Es gibt verschiedene Spielarten, die mit denen bei einer Geige oder eines Kontrabasses vergleichbar sind (zwischen Streichen mit dem Bogen und Zupfen mit den Fingern). Wichtig ist das Prinzip, das jeweils identisch ist. Die angespielten Saiten schwingen und übertragen diese Schwingung über den Steg auf den Korpus. Durch dessen Schwingen beginnt auch, die Luft im Inneren zu schwingen. Durch das Greifen der Töne auf dem Griffbrett wandelt der Cellist die Schwingung des Instruments in die gewünschten Töne um. Das gelingt, indem er die Frequenz der Schwingungen durch das Hinunterdrücken der Saiten auf den Hals und damit eine Verkürzung der Saiten ändert.

Die typische Stimmung des Instrumentes beinhaltet vier Saiten im sogenannten Quintenabstand: a – d – G – C. Diese Grundtöne werden beim Spielen durch den Cellisten geändert. Je nach Spielart (verschiedene Bogenstriche und Griffe wie Pizzicato, Flageolett, Vibrato) klingen die Töne voller, härter, weicher oder leiser.

Cello/Violoncello: Welche Arten gibt es?

Die verschiedenen Cellitypen unterscheiden sich in erster Linie durch die Größe. Dabei ist das normale Erwachseneninstrument ein 4/4-Cello. Davon ausgehend gibt es verschiedene Abstufungen im Viertel-, Achtel- und Sechzehntel-Bereich. Diese Größen beim Violoncello sollten ungefähr zur eigenen Körpergröße passen.

Bei welchen Musikstilen werden Celli eingesetzt?

Das Cello ist Bestandteil einer Orchesterbesetzung. Dort unterstützt es die Basslinie. Eine herausgehobenere Stellung erfährt es im, Streicherquartett, in dem die tiefen und sanften Töne besser zur Geltung kommen und tragende Rollen einnehmen. Besondere Kompositionen sind für das Violoncello in Kombination mit Klavier geschrieben worden. Unter anderem haben Joseph Haydn, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven, aber auch Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy dem tief und sanft klingenden Instrument besondere Werke gewidmet.

In der modernen Musik ist das Cello insbesondere viel im Jazz zu finden. Dort wurde es erst spät (Ende der 1940er-Jahre) entdeckt und in Quarten gestimmt, die eine Oktave höher liegen als bei einem Bass. Cellisten wie Oscar Pettifort, Fred Katz und Oscar Brown haben das Cello in dieser Musik groß gemacht und dem Instrument den Weg geebnet. Dieser führte dann auch in die Pop- und Rockmusik, wo es in Streicherarrangements immer wieder die Melodien unterstützt. Besonders bekannt ist die finnische Band Apocalyptica, die nur auf Celli bekannte Hardrocksongs spielt und weltweit erfolgreich ist.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Es gibt viele kleine und große Hersteller von Celli. In Deutschland sind unter anderem die Saiteninstrumente von Karl Höfner, Otto Jos. Klier und Horst Grünert bekannt. Ebenso gehören GEWA, Roth & Junius, Stentor, Thomann und Yamaha zu den Instrumentebauern, die Celli im Programm haben.

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