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Alphorn

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Das Alphorn ist ein hölzernes Blasinstrument und findet seinen Ursprung, wie der Name schon verrät, in den Alpen. Insbesondere in der Schweiz und Österreich ist diese Naturtrompete beheimatet. Dass dieses, eigentlich komplett aus Holz gefertigte Instrument zu den Blechblasinstrumenten gehört, verdankt es der Anblastechnik.

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„Alphorn-MJ“ von Luckson – Orignally uploaded by en:User:Kokiri on 13:29, 27 July 2004 as en:Image:Alphorn.JPG under PD. / This image was taken from the German Wikipedia, originally contributed by Benutzer:Luckson as PD.. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Das zwischen 2,45 Meter bis 4,05 Meter lange Alphorn besteht ausschließlich aus Holz, in der Regel von einer Fichte oder Tanne. Früher wurde der Baumstamm längs geteilt, in reiner Handarbeit aufwendig ausgehöhlt und schließlich wieder zusammengeklebt. Für den letzten Teil wurde damals Harz oder Bienenwachs verwendet und zusätzlich mit einer Wurzel, einem Zweig oder einer Schnur gefestigt. Da diese Technik ermöglichte, dass das Horn undicht war, musste es in einem Wasserbad anschließend aufquellen.

Heute können Maschinen den Teil des Splittens und Aushölens übernehmen. Auch ist kein Wasserbad mehr nötig, da die Kleber sehr dicht sind. Zusätzlichen Halt verleihen Messingbuchsen und Schrauben. Ergänzt wird die Naturtrompete durch ein Mundstück aus Buchbaum oder Obstholz, das es früher nicht extra gab. Die Größen und Formen der Mundstücke variieren.

Für den Schall des Alphorns ist der Trichter am unteren Ende, der heute gebogen dem Horn die schöne Form verleiht, von großer Bedeutung. Damit früher diese Formgebung möglich war, musste man entsprechend gekrümmte Stämme für den Bau des Alphorns verwenden. Daher gab es Alphörner, die nicht gebogen waren.

Vals06.JPG

„Vals06“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Wie wird ein Alphorn gespielt?

Der Ton wird bei diesem Blasinstrument durch den Bläser erzeugt, was der selben Technik entspricht, wie sie bei Blechblasinstrumenten üblich ist. Das Alphorn verfügt weder über Klappen, noch Ventile oder Züge, daher ist es für gewöhnlich nur möglich, 16 verschiedene Töne anzuspielen. Nur mit dem längsten spielbaren Alphorn können 64 Töne gespielt werden. Welchen Ton man beim Alphorn anspielt ist abhängig davon, wie weit man in das Blasinstrument hineinbläst. Nicht immer kommt dabei ein reiner Naturton heraus, was dann durch Anblastechniken, wie dem Über- oder Unterblasen korrigiert werden kann.

Alphorn: Welche Arten gibt es?

Das Prinzip des Alphorns ist immer das selbe. Unterschiede gibt es in Form der Stimmung, welche wiederum durch die Länge des Horns beeinflusst wird. In der Schweiz werden Alphörner meist mit einer Länge von 3,47 Metern gespielt, was den Grundton Fis/Ges ergibt. In Deutschland sind F-Alphörner mehr verbreitet, welche mit einer Länge von 3,68 Metern gebaut werden. Weitere sechs Längen ergeben andere Stimmungen. Der Grundton des Alphorns entspricht schließlich dem tiefsten, spielbaren Ton.

Bei welchen Musikstilen werden Alphörner eingesetzt?

Alphornmusik gilt als eigene musikalische Tradition und ist der Folklore zuzuordnen. Viele Alphornbläser stehen in direkter Verbindung mit dem Jodlerverband. Klassische Kompositionen gibt es kaum, dafür einige wenige Bläser, die sich an Alphorn-Jazz heran wagen.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Auf den Bau von Alphörnern haben sich zum Beispiel Alphornbau-Neumann, Biermaier und Bernatone spezialisiert.

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