Rubab

„Rubab“ von Cicrane (Genest). - Eigenes Werk.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rubab.jpg#mediaviewer/File:Rubab.jpg

Die Rubab ist eine gezupfte Schalenhalslaute aus dem Holz des Maulbeerbaums. Das Saiteninstrument gilt als Nationalinstrument Afghanistans und ist seit dem 18. Jahrhundert Teil der afghanischen Musik. Auch im indischen Teil des Kaschmirs, im Iran und in Pakistan ist es weit verbreitet. Rubabs werden hauptsächlich von Paschtunen gespielt. Das Wort Rubab ist aus den arabischen Wörtern Ruh und Bab zusammengesetzt und bedeutet “Tor zur Seele”.

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Rubab“ von Cicrane (Genest). – Eigenes Werk.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Wie ist die Rubab aufgebaut?

Das Instrument besitzt einen zweigeteilten ovalen Resonanzkörper – ein Teil mit Ziegenhaut bedeckt, der andere mit einer Holzdecke ausgestattet. Das Ziegenfell ist an der Seite mit Nägeln befestigt. Die Rubab verfügt über drei Melodiesaiten aus Darm oder Nylon, zwei oder drei langen Bordunsaiten und in der Regel 15 Resonanzsaiten, die sich in der jeweils gespielten Tonskala stimmen lassen. Die Wirbel der Melodiesaiten befinden sich auf der rechten Seite des Wirbelkastens, die Wirbel der Bordunsaiten liegen gegenüber, dort sind in der Mitte auch die Wirbel der kurzen Resonanzsaiten befestigt.

Wie wird die Rubab gespielt?

Musiker benutzen zum Spielen der Rubab ein dickes Holzplektrum, Zakhma genannt. Typisch ist das schnelle wiederholte Zupfen der Saiten mit plötzlichen Unterbrechungen. Dabei werden mit der rechten Hand in der Punteado-Spielweise die Saiten einzeln mit dem Plektrum gezupft. Das gleichzeitige Streichen der Hand über die Hautbespannung des Resonanzkörpers verstärkt perkussiv den jeweiligen Ton. Die 15 Resonanzsaiten werden auf die verwendete Tonleiter gestimmt und bewirken beim Spielen eine Art eingebauten Hall-Effekt. Dieses Prinzip findet sich auch bei anderen indischen Instrumenten, wie Sitar, Sarangi und Sarod.

Rubab: Welche Arten gibt es?

Die Rubab zählt zur Rebab-Familie mit doppelt ausgebauchtem Schallkörper. Ähnliche Musikinstrumente sind:

  • die persische Langhalslaute Tar
  • das tibetische Dranyen
  • die Rawap aus Kaschgar in China.

Die indische Sarod ist eine Weiterentwicklung der klassischen Rubab. In der tadschikischen Musik des nördlichen Nachbarlandes von Afghanistan gibt es zudem in der Region Berg-Badachschan die nach der Pamir-Gebirgsregion benannte andersartige Pamiri Rubab. Ihre Form entspricht der einer Gitarre. Pamiri Rubabs sind bundlos und verfügen über sechs oder sieben, gelegentlich auch neun Darm- oder Nylonsaiten, die sich auf einem mit Haut bespannten runden und flachen Korpus befinden.

Bei welchen Musikstilen wird die Rubab eingesetzt?

Im 19. Jahrhundert wurde die Rubab besonders an den Herrscherhöfen Afghanistans geschätzt. Dabei traten Sänger sowie Musiker mit Harmonium und Tabla auf. Es gab auch professionelle Frauen-Bands, die hauptsächlich auf Hochzeiten spielten. Als Gesangsbegleitung kamen hier lediglich die Rahmentrommel Daireh und ab den 1930er Jahren auch noch Tabla und Harmonium zum Einsatz. In Kabul waren viele professionelle städtische Musiker Anhänger des Sufi-Ordens der Chishtiyya, die bekannt für den intensiven Gebrauch von Musik bei ihren Ritualen waren.

Ab den 1940er Jahren entstand ein neuer populärer Musikstil, bei der die Rubab ebenfalls zum Einsatz kam. Radio Afghanistan sendete zahlreiche Musikstücke aus Indien und Pakistan. Die speziell für das Radio produzierte Musik wurde als Kiliwali bezeichnet, das aus indischen Filmen stammende Repertoire auch Filmi. Die Besetzung bestand gewöhnlich aus einem Sänger sowie einer Rubab, einer Sarinda (gestrichenes Mitglied der Rubab-Familie) sowie einer Doholak.

Bis etwa zum Ende des 20. Jahrhunderts gab es afghanische Derwische, Mystiker des Islam, die das Spiel der Rubab pflegten und für die sie eine ganz besondere Bedeutung hatte. Man spielte darauf Volksweisen und klassische Raga-Musik aus Indien.

Bei ländlicher Amateurmusik wird die Rubab in Orchestern heute zusammen mit

  • dem Harmonium
  • der Zerbaghali (eine einfellige Kelchtrommel, meist aus Ton)
  • der Langhalslaute Tanbur
  • der persischen Tar
  • und verschiedenen Flöten

gespielt. Dabei fungiert die Rubab als Begleitinstrument für den Gesang von Ghazelen (Gedichte aus dem arabischen und persischen Raum).

Das Musizieren allgemein, auch das mit Rubabs, stößt immer wieder auf Kritik von orthodoxen Mullahs. Besonders schlimm war die Situation während der Herrschaft der fundamentalistischen Taliban, als zahlreiche bekannte Rubab-Spieler ins Ausland fliehen mussten.

Zu den bekanntesten Rubab-Spielern gehörte Mohammad Omar (1905 – 1980), der die traditionelle Musik mit Elementen der westlichen Moderne verband. So trat Omar 1978 mit der Münchener Musikgruppe Embryo auf. Radio Television Afghanistan übertrug das Konzert live. Als Rubab-Meister gilt auch Aziz Herawi (*1946), der bis zur sowjetischen Invasion Afghanistans 1979 regelmäßig im Radio zu hören war.

Welche bekannten Hersteller gibt es?

Am bekanntesten sind die Rubabs aus der Kabuler Altstadt Kharabat, aus Herat und Balch. Dort liegen die Werkstätten, in denen die Lauten gebaut werden. Mit dem Beginn der Taliban-Herrschaft 1995 sind viele Werkstätten ins pakistanische Peshawar verlegt worden.

In Deutschland sind die Schalenhalslauten in verschiedenen Online-Shops für persische, afghanische und iranische Musikinstrumente erhältlich. Dazu zählt etwa Santoori.

Wiki Page: http://de.wikipedia.org/wiki/Rubab

 


 

 

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